Betreuung in den Stationäre Hilfen

Ein sehr großer Teil des Jugendhilfezentrums sind die Wohngruppen mit einem differenzierten meist heilpädagogischen Angebot.

1. die Unterschiede der 4 heilpädagogischen Gruppen

1.1 DIE JUNGENGRUPPE „BUNTE JUNGS“

Im Sommer 2015 wurden die bislang zwei Jungengruppen zu einer fusioniert. Ursächlich dafür waren die vielen Auszüge am Ende des Schuljahres und die schlechte Prognose bezüglich der Nachbelegung in der klassischen Jugendhilfe, angesichts der vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge.

In der Jungengruppe leben 8 Jugendliche, die alle gerade vor der Aufgabe stehen, ihren Lebensweg zu planen. Dabei geht es um einen bestmöglichen Schulabschluss, eine geeignete Berufsausbildung und alle haben das Ziel, bei Volljährigkeit möglichst selbständig leben zu können.

1.2 DIE WOHNGRUPPE „SAHARA“ UND „REGENBOGEN“

Diese beiden Gruppen waren bisher sozialpädagogische Gruppen. Dafür gab es in den letzten zwei Jahren keine Nachfrage mehr. Auch haben alle Kinder, die bereits länger hier wohnten, einen heilpädagogischen Hilfebedarf. Die Gruppen sind sowohl geschlechts- als auch altersgemischt. Von der Grundschule bis zur Ausbildung sind die Kinder, wie in einer Familie, mit ganz verschiedenen Bedürfnissen aber auch Fähigkeiten in einer Wohngruppe.

1.3 DIE MÄDCHENGRUPPE „SAFARI“

Die Außenwohngruppe befindet sich in der Bühlstraße. Hier wohnen Jugendliche, die alle das Ziel haben, so selbständig wie möglich zu werden. Bei Aufnahme in dieser Gruppe ist meist das letzte Schuljahr nahe und es geht darum, gute Voraussetzung für eine bestmögliche Ausbildung zu schaffen. Dieser erste Schritt ins Erwachsenwerden und die sich mit einer Ausbildung veränderten Strukturen im Tagesablauf werden hier begleitet. Das erste Gehalt erweitert die finanziellen Möglichkeiten – der Umgang damit muss auch erst erlernt werden.

Eine reine Mädchengruppe mit ausschließlich weiblichen Mitarbeiterinnen ist ein Schutzraum und ermöglicht ein tägliches zur-Ruhe-kommen. Viele der Mädchen haben Gewalt-Erfahrungen machen müssen. Die Außenwohngruppe bietet neben einer gewissen Autonomie auch die Möglichkeit des Rückzugs von den anderen.

2. DIE GEMEINSAMKEIT DER 4 HEILPÄDAGOGISCHEN WOHNGRUPPEN

Alle Gruppen haben regulär 8 Plätze. Einer davon ist in einem sog. innenliegenden Appartement. Dieses gehört zur Gruppe und sukzessive
kann sich der Jugendliche dort von der Gruppe „abnabeln“. Er hat dort eine eigene kleine Küche und ein eigenes Bad. Das Appartement ist am Ende des Flurs (in der Mädchengruppe ab Februar 2017 im Anbau), so dass die Distanz zu den anderen 7 auch räumlich größer wird. Die gemeinsamen Mahlzeiten werden reduziert, die Eigenständigkeit (auch im Haushalt) zunehmend unterstützt und gefördert.

Ebenso gemeinsam sind den 4 Gruppen die heilpädagogischen Strukturen im Alltag. Es wird darauf geachtet, dass möglichst jede Regel des Zusammenlebens (z. B. gemeinsame Mahlzeiten, Nutzung des PC, Dienste im Haushalt etc.) eine Verbindlichkeit in der Umsetzung mit sich bringt. Verbindlichkeit, Zuverlässigkeit, Stabilität aber auch ein Mitspracherecht bei Änderungen müssen erlernt werden.

Bekocht werden die Gruppen an allen Schultagen von der Gemeinschaftversorgung. An allen schulfreien Tagen kann dann ganz nach aktuellen Vorlieben und Fähigkeiten auf jeder Gruppe, individuell und auch angepasst an Unternehmungen gekocht werden. Jede Wohngruppe hat eine ihr zugeteilte Haushaltshilfe, welche die Bewohner und die Pädagogen im Haushalt unterstützt. Wegen der vielen Quadratmeter und der Anzahl der Sanitär-Räume ist dies unerlässlich.

3. DIE THERAPEUTISCHE WOHNGRUPPE „TAHITI“

Diese Gruppe leistet die intensivste Betreuung in Maria Schutz für Kinder bis zu einem Aufnahmealter von 13 Jahren mit Erlebens- und Verhaltensstörungen, Lern- und Leistungsproblemen als auch anderen psychischen Auffälligkeiten und Erkrankungen. Eine besondere Aufgabe ist hier der Umgang mit aggressivem Verhalten.

Personell ist die Gruppe besser ausgestattet: 6 pädagogische Fachkräfte kümmern sich um 6 Kinder. Das hört sich erst einmal viel an, bedeutet aber bei 24 Stunden Betreuung am Tag und 7 Tagen in der Woche, dass meist 2 MitarbeiterInnen zeitgleich im Dienst sind.

4. AUSSENWOHNGRUPPE UMF

Für 10 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die in die Selbstständigkeit geführt werden sollen und heilpädagogische Unterstützung benötigen, wurde in Bergrheinfeld ein Haus angemietet. Die Betreuung finden im Schlüssel 1:2 statt, d. h. es gibt für den Dienst „rund um die Uhr“ insgesamt 5 Planstellen, verteilt auf derzeit 7 Mitarbeitende.

Ziele sind hier:

  • Stabilisierung der häufig traumatisierten und verstörten jungen Menschen;
  • Erarbeiten von Perspektiven, Möglichkeiten und Grenzen;
  • Förderung einer altersentsprechenden Persönlichkeit;
  • Beziehungsarbeit;
  • Integration in Vereine (sinnvolle Freizeitgestaltung) und in die Gesellschaft;
  • Auseinandersetzung mit Normen und Werten und der eigenen
  • Persönlichkeit;
  • Wiederherstellung eines normalen Tag-Nacht-Rythmus;
  • Bildung ermöglichen (Deutsch lernen, Schule gehen);
  • Entdecken der kulturellen Unterschiede.

5. WOHNGEMEINSCHAFT HIGH 5

Fünf Jugendliche bzw. junge Männer teilen sich eine WG im ersten Stock. Derzeit sind alles Flüchtlinge. Betreut werden Sie von einem Erzieher und einer Sozialpädagogin mit 1,15 Planstellen. Nachts und an den Wochenenden findet regulär keine Betreuung statt – Zeit, in der man sich beweisen kann und muss.

Primäres Ziel ist die Verselbständigung der jungen Menschen. Sie sollen bis zu ihrem Auszug befähigt sein, ihr Leben verantwortungsvoll gestalten zu können. Hierfür haben sie Gelegenheiten das bisher Erlernte eigenverantwortlich und weitestgehend selbständig auszuprobieren und zu optimieren. Hierzu zählt der planerische Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Geld, das Vereinbaren und Wahrnehmen von Terminen, die Pflege sozialer Kontakte, Sicherheit im Umgang mit Behörden und Anträgen, sowie die Vertiefung der Sprachkenntnisse.

6. BETREUUNG IN DEN AUSSENAPPARTEMENTS

Maria Schutz hat 3 Appartements in Grafenrheinfeld angemietet. Dort wohnen Jungendliche und junge Erwachsene, die weiterhin noch Hilfe benötigen. Der Jugendliche hat einen Leistungsanspruch auf durchschnittlich 7,5 Wochenstunden Betreuung.

7. AMBULANTE NACHSORGE UND ERZIEUNGSBEISTANDSCHAFT

Auch wer in eine eigene Wohnung auszieht, oder sogar bei den Eltern wohnt und (noch) Hilfe benötigt und noch unter 21 Jahre alt ist, kann Betreuungsstunden erhalten. Ganz individuell wird in allen Einzelfällen mit dem Jugendamt vereinbart, wie viele Stunden in der Woche Betreuung stattfinden soll. Bei Erziehungsbeistandschaften ist die Beratung der Eltern mit eingeschlossen.

wer weitere Informationen haben möchte, aktuelle Entgelte wissen möchte oder auch konkrete Platzanfragen hat, melde sich gerne beim Leitungs- und Aufnahmeteam:

kimmel@jugendhilfe-zentrum.de       –       landeck@jugendhilfe-zentrum.de       –       dittmer@jugendhilfe-zentrum.de