3000 Euro für das Circus Projekt Rafeldinio

Das rot-gelbe Zirkuszelt der Caritas-geführten Jugendhilfeeinrichtung Maria Schutz lädt schon von weitem immer wieder zu Zirkus-Veranstaltungen ein.

„Ohne Spenden und Förderer wäre das Circus-Projekt ,Rafeldinio‘ so nicht möglich“, so Gesamteinrichtungsleiterin Stefanie Kimmel. Dies erläuterte sie im Rahmen einer Spendenübergabe mit Julius Süß und Franziska Fröhling vom Hotel Ross. Die beiden hatten nämlich einen Scheck über 3000 Euro für den Förderkreis Maria Schutz dabei, eine „sehr großzügige Summe“, die bei den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des traditionsreichen Hotel Ross in Schweinfurt zusammenkommen ist und die bei den Mitgliedern des Förderkreises mit Martina Gießübel und Roberto Nernosi an der Spitze für „Riesenfreude“ sorgte.

Den Hotelinhabern ist es sehr wichtig, dass ihre Spenden in der Region bleiben und Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen. Beim Jugendhilfezentrum sind da alle Kriterien erfüllt, und das Geld ist auch schon verplant.

Wie Stefanie Kimmel freudig erklärte, müssten die dicken, doch recht teuren Zirkusmatten mal erneuert werden. Und das ist mit der großzügigen Finanzspritze vom Hotel Ross, die Juniorchef Julius Süß und seine Lebensgefährtin überreichten, nun möglich.

Veröffentlicht durch Mainpost; 18.09.2018; verfasst von Daniela Schneider

Kostenloser Sommerzirkus für alle

Vor dem gelb-roten Zirkuszelt üben eifrige kleine Artisten mit Diabolos, im Zelt hängen drei Mädchen am Trapez und hinter den Kulissen formiert sich eine Brigade kleiner Clowns.

Die Zirkuspädagogik hat im Caritas-geführten Jugendhilfezentrum Maria Schutz Tradition. Nach einer Pause läuft das neu belebte Circus-Projekt unter dem Namen „Rafeldinio“ seit 2015 auf Hochtouren. Im wöchentlichen Training und bei regelmäßigen Aufführungen vor großem Publikum machen die Kinder und Jugendlichen der Einrichtung viele wertvolle Erfahrungen, erkennen dabei die eigenen Stärken und überwinden in diesem ganz besonderen einrichtungseigenen „Zwischenraum“ gemeinsam so manche Schwäche.

Seit Winter 2017 gibt es darüber hinaus für Kinder aus der Region die von „Aktion Mensch“ geförderte Möglichkeit unter dem Motto „Circus ist für alle da“ Rafeldinio mit zu gestalten. Und in den Sommerferien fand jetzt noch zusätzlich eine erstmals vom Bundesministerium für Bildung und Kultur mit rund 9000 Euro geförderte Ferienspaß-Aktionswoche statt. 31 externe Landkreiskinder und 23 Kinder der Einrichtung kamen im Rahmen von „Kultur macht stark“ und dem Förderprogramm „Zirkus gestaltet Vielfalt“ in den kostenlosen Genuss des Sommerzirkus.

Eine tolle Sache, die auch von Gemeinde, Grundschule und der Mittelschule in Bergrheinfeld partnerschaftlich unterstützt wurde und bei allen Kindern unter der Zirkuskuppel für viel Begeisterung sorgte. Neben dem kostenlosen Rundum-Wohlfühl-Paket mit Zirkustraining, Essen und Freizeitbeschäftigungen konnte das einrichtungseigene Zirkusteam – Sebastian Wenzel, Marina Graser, Lena Rechtenberger und Caroline Fledering – vier weitere externe Zirkustrainer und vier Helfer verpflichten, um sich gemeinsam um die gut 50 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren zu kümmern.

Zum Auftakt durften die potenziellen Zirkusartisten alles ausprobieren und sich dann aus 13 Angeboten, darunter Jonglage, Pyramidenbau und Luftartistik, zwei Lieblingsdisziplinen heraussuchen, die sie dann bei den beiden abschließenden, eintrittsfreien Zirkusaufführungen am Freitag, 7. September um 18 Uhr und am Samstag, 8. September um 15 Uhr der Öffentlichkeit präsentieren.

Auch wenn alle Disziplinen gut ankamen, standen doch die Drahtseilakrobatik, das Trapez und die Clowns ganz oben auf der Beliebtheitsskala, wie die Kinder fröhlich verrieten. Die 15-jährige Ashley ist im Zirkustreiben schon fast ein Profi, seit Gründung von „Rafeldinio“ ist sie dabei und sieht der Aufführung ganz entspannt entgegen. Bei Nika sieht die Sache schon anders aus, die Zehnjährige war noch nie in einem Zirkus und wagt sich jetzt gleich aufs Drahtseil, da ist sie schon, gibt sie zu, etwas aufgeregt.

Doch erstmal steht das Training für die Clowns auf dem Programm, Miriam ist die Älteste in der Runde, sie darf die Geschichte vorlesen, die sich Heilpädagoge Sebastian Wenzel, seit kurzem auch ausgebildeter Zirkuspädagoge, als Rahmenhandlung ausgedacht hat und die die Kinder mit eigenen Vorschlägen ausschmücken durften.

Diesmal treiben die Clowns in der Ritterwelt als Königin, Troll und Ritter ihren lustigen Schabernack, Improvisationstalent ist da durchaus erwünscht und wenn man mal was Falsches sagt, macht das rein gar nichts, wie „Knappe“ Amir verrät, schließlich geht es hier im Zirkusprojekt in erster Linie um den Spaß und das gemeinsame Miteinander. Und das klappt, wie Erzieherin Marina Graser zufrieden feststellt, hervorragend. Man fühlt sich wie im „Feriencamp“, ein „Super Feeling“ auch für die Kinder und Jugendlichen der Einrichtung, die sich Dank des Zirkusprojektes und den vielen bejubelten Auftritten im Dorfgeschehen erfolgreich integriert haben.

veröffentlicht Mainpost am 06.09.2018, geschrieben von Daniela Schneider