Mit Zirkus Rafeldinio zu neuem Selbstvertrauen

Mit Zirkus Rafeldinio zu neuem Selbstvertrauen
Salto schlagen, auf Glasscherben balancieren und in luftiger Höhe am Trapez hängen – für siebzehn Kinder und Jugendliche der Caritas-Jugendhilfeeinrichtung Maria Schutz ist das kein Problem mehr.
Der Zirkus hat von jeher eine ganz besondere Faszination, in der Pädagogik – ein Zirkusprojekt kann kleine Wunder bewirken. Und so wurde jetzt nach einer fast dreijährigen Pause das rot-gelbe Zirkuszelt im Vorgarten der Einrichtung wieder belebt. Aus dem einstigen „Zirkus Kunterbunt“ ist nach einer Idee der jungen Artisten „Rafeldinio“ geworden.
Betreut wird das Zirkusprojekt momentan noch vom Zirkus Luna und dem Zirkuspädagogen Peter Bethäuser aus Langendorf, langfristig soll Heilpädagoge Sebastian Wenzel die Leitung übernehmen. Er macht dazu ab September an mehreren Wochenenden in Halle eine Zusatzausbildung als Zirkustrainer.
Zwischen sechs und siebzehn Jahren sind die am Projekt beteiligten Kinder und Jugendlichen und eine passende Aufgabe findet sich für jeden, wie Gesamtleiterin Stefanie Kimmel erläutert. Das ist ja auch das Tolle an der Geschichte, ob Bodenakrobatik oder Trapez, Jonglagen, Drahtseil oder Trampolin, Fakir, Clown oder Direktor, die Zirkuspädagogik hat für jeden etwas dabei. Selbst die, die sich den großen Auftritt vor Publikum nicht oder noch nicht zutrauen, können hinter den Kulissen verantwortungsvolle Arbeiten übernehmen und fühlen sich dann genauso gebraucht und wichtig, wie die „Stars in der Manege“.
Die Kinder sind jedenfalls Feuer und Flamme, einige wenige haben im ehemaligen Zirkus Kunterbunt schon Erfahrungen gesammelt. Die positive Entwicklung der jungen Akteure ist jetzt schon frappierend, wie Kimmel begeistert erzählt. Körperwahrnehmung und Gesichtsausdruck haben sich bereits verändert, Selbstbewusstsein und Teamgeist werden gestärkt, Konzentration und Motorik erheblich verbessert. Das Erlebnis in der Gruppe fördert ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, man kann sich aufeinander verlassen, gerade bei Übungen wie der Körperpyramide wird das besonders deutlich.
Die Kinder lernen fürs Leben, erklärt auch Wenzel, der gemeinsam mit Erzieherin Marina Graser das Projekt begleitet.
Seit November läuft das Projekt in Kooperation mit Luna, anfänglich wurde in Probestunden ermittelt, wer welche Aufgabe übernimmt, dann ging es schon zur Sache.
Seit Fasching stehen die Akteure und Nummern fest, jeder Artist hat drei bis fünf verschiedene Auftritte, jeden Mittwoch und an den Wochenenden wird eifrig und – meist ohne – Murren mehrere Stunden trainiert.
8000 Euro kostet das Projekt, ohne die finanzielle Unterstützung des Förderkreises Maria Schutz wäre das nicht zu stemmen, erläutert Einrichtungsleiterin Kimmel dankbar. Der Förderkreis hat laut der Vorsitzenden Martina Gießübel bereits mehrere Projekte (Bauwagen, Fahrradwerkstatt, Basketballkorb) für die Einrichtung realisiert. Die Anschubfinanzierung des Zirkusprojektes ist der größte finanzielle Brocken und so sind Sponsoren mehr als willkommen.
Das Zirkusprojekt als solches und auch das gut sechs Jahre alte Zirkuszelt und die Ausstattung könnten Modernisierungsmaßnahmen gut gebrauchen.
Bis Mitte März läuft die Kooperation mit Luna, am Samstag, 19. März, heißt es dann um 15 Uhr für alle, die sich von den jungen Akrobaten des Zirkus Rafeldinio verzaubern lassen wollen: „Manege frei“.
Eine weitere Aufführung ist dann zum großen Sommerfest geplant, dazu sind weitere Folgeprojekte bereits angepeilt.

Veröffentlicht: Mainpost am 17.02.16
Verfasser: Daniela Schneider

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