Pädagogischer Beistand statt Aktionismus

Pädagogischer Beistand statt Aktionismus

Förderkreis Maria Schutz erfreut sich schon nach einem Jahr großer Akzeptanz
Das erste Jahr ist schnell vergangen, und der junge Förderkreis Maria Schutz hat bereits einiges auf die Beine gestellt. Die Zahl der Mitglieder ist von 23 auf 38 angewachsen, und die Vorstandsriege um Martina Gießübel schaute bei der ersten Jahreshauptversammlung zufrieden zurück, aber berechtigterweise auch zuversichtlich in die Zukunft: Das geplante Networking funktioniere, viele Aktionen seien in den letzten zwölf Monaten seit der Gründung zum Wohle der Kinder des Grafenrheinfelder Jugendhilfezentrums Maria Schutz gestemmt worden.
Der Förderverein habe bei den Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen des Jugendhilfezentrums tatkräftig mitgeholfen und auch bei der Grafenrheinfelder Kirchweih. Dafür wurden die Kinder, die übrigens beim Zeltaufbau mitangepackt haben, am Kirchweihmontag eingeladen – gesponsert auch von Schaustellern und Festgemeinde. Aktions-Highlight war der Besuch der Kinder und Jugendlichen bei einem Spiel der Mighty Dogs mit anschließendem Essen in Schweinfurt. Gemütlich sei auch die gemeinschaftliche Weihnachtsfeier von Einrichtung und Förderkreis gewesen, bei der es dann noch T-Shirts der Eishockeymannschaft gab.
Verschiedene örtliche Vereine und Firmen, aber auch Privatleute wie Jessica Wiesenthal, die einen Großteil ihres Kirchweihobolus\\\’ spendete, unterstützen die Arbeit des Fördervereins. Ein schönes Zeichen, so Vorsitzende Gießübel, für die Akzeptanz des gemeinnützigen Engagements.
Alle Spenden, so die Ausführungen des Kassenprüfers Steffen Scholl in Vertretung für Kassier Armin Lendner, kämen direkt bei den Kindern an. Und dennoch sei der ehrenamtliche Einsatz auch eine „Gratwanderung“, die Ideen des Fördervereins müssten behutsam umgesetzt werden, der Vorstand wolle „nicht mit blindem Aktionismus in diese besondere Welt eindringen“, sondern pädagogisch wertvollen Beistand leisten. Das erste große Projekt ist gerade abgeschlossen und wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung mit kirchlichem Segen eingeweiht: die Fahrradwerkstatt auf dem Gelände der Einrichtung.
Hier können die Kinder an Drahteseln schrauben und reparieren – spielerisch also an ihren motorischen Fähigkeiten arbeiten. Die Werkstatt ist als „Zuschussbetrieb“ geplant: Wenn Geld gebraucht wird, steht der Förderverein bereit. Übrigens werden auch immer wieder gut erhaltene Fahrradreifen benötigt und können gerne dort abgegeben werden. Eine erste richtige Unterweisung gab es schon vom Fachmann, und in der Einrichtung selbst soll es für die Kinder zu festen Zeiten einen Ansprechpartner geben.
Auch für 2012 sind schöne Aktivitäten geplant, unter anderem die Mithilfe beim traditionellen Sommerfest der Einrichtung mit Initiierung eines Luftballonwettbewerbs, dessen Erlös in die Kasse des Förderkreises fließt. Auch bei der Kirchweih will man wieder mit anpacken und ein erneuter Besuch bei den Mighty Dogs steht nach der Begeisterung im letzten Jahr auch auf dem Programm. Schriftführerin Christina Hellbach plant gerade eine Autorenlesung mit Günther Beckstein im November, weitere Autoren sind im Gespräch.
Ganz neu ist die Idee, zwei Fördervereinsmitglieder als Ansprechpartner zu installieren, die in möglichen Konfliktsituationen den Kindern und Jugendlichen objektive Hilfestellung anbieten können. Und auch das nächste Förderprojekt ist schon fixiert, diesmal geht es um die Unterstützung des einrichtungseigenen Zirkusses, der seit vielen Jahren wertvolle pädagogische Therapiemöglichkeiten bietet. Einrichtungsleiter Andreas Waldenmeier nutzte die Gelegenheit, auf zwei neue Wohngruppen der Einrichtung hinzuweisen: Ab Mai gibt es eine Gruppe von 14- bis 18-jährigen im ehemaligen Pfarrheim, im Spätsommer kommt eine weitere Jungengruppe dazu.

Von unserer Mitarbeiterin Daniela Schneider
Erschienen: Mainpost am 15.05.12

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