CIRCUSPÄDAGOGIK IM JHZ

ALLE MACHEN MIT:

Nach dem Motto „Circus ist für alle da“, besteht seit Winter 2017 erstmals die Möglichkeit für Kinder aus der Region, 5 Monate lang, immer mittwochs und an einigen Wochenenden den Kinder-Circus „RAFELDINIO – Alle machen mit!“ mitzugestalten – und zwar egal, ob du sportlich bis, ob du eine Behinderung hast, aus welchem Land du kommst, ob du schon Circus-Erfahrung hast usw. Du kannst dich in den verschiedenen Disziplinen: Boden- und Luftakrobatik, Gleichgewichtskünsten, Handgeschicklichkeit, Clownerie und Fakir ausprobieren.

KURZBESCHREIBUNG:

Das im Herbst 2015 erfolgreich begonnene Circusprojekt RAFELDINIO wird von vielen hier lebenden Kindern und Jugendlichen mit viel Freude besucht. Geleitet wird der Circus RAFELDINIO von Sebastian Wenzel (begleitender Heilpädagoge, in Ausbildung zum Circuspädagogen) mit Unterstützung von Marina Graser (Erzieherin).

Fachlich begleitet wird das Projekt vom Circuspädagogen Peter Bethäuser des Circus Luna (Langendorf) und durch zwei Circus-Jugendübungsleiter unterstützt.

Die Kinder und Jugendlichen trainieren einmal wöchentlich und an mehreren Wochenenden von November bis April, um vor den Osterferien eine Circus-Show im eigenen Zelt aufzuführen.

In den Sommerferien gibt es zusätzlich eine feste Woche „Circus-Camp“. Täglich wird trainiert und am Ende gibt es eine eigene Abschluss-Show.

ZIELE UND INHALTE:

  • Neben den ganz allgemeinen Zielen der Circuspädagogik wie z.B.:
  • Förderung der sozialen Kompetenzen
  • Förderung der motorischen Fähigkeiten und die damit verbundenen Verbesserung von Muskeltonus, Körpergefühl u. Raum-Lage-Empfinden
  • Förderung der Konzentration und der Ausdauer

geht es in Maria Schutz besonders um pädagogische Ziele. Im Circus ist es möglich, sich „in einem anderen Licht“ zu zeigen. Die Kinder und Jugendliche können etwas Neues erlernen und sich dann in der Manege präsentieren. Es ist eine gute Möglichkeit sich in der Gemeinde zu zeigen und zu integrieren.

Alle unsere Kinder und Jugendliche egal welchem Alters, Herkunft (z. B. unbegleitete minderjährige Flüchtlinge oder Kinder mit Migrationshintergrund) oder Diagnostik, können im Rahmen des Circusprojektes ihre Stärken zeigen und gemeinsam etwas schaffen. Wer nicht in die Manege will, findet vielleicht eine Aufgabe als Ton- oder Lichttechniker.

Außerdem bietet der Circus einen „Intermediär-Raum“ (= Zwischenraum) innerhalb der Einrichtung. Er ist zwar ein Teil des Heimes, hier gelten aber andere Regeln. Der Circus baut auch auf die Eigenwirkung des Angebotes. Herr Bethäuser beschreibt das so: „Diese Eigenwirkung kann mit den Worten von Eckard Schiffer (Facharzt für Neurologie und Psychiatrie) mit „Förderung des poetischen (griechisch: schaffen, machen) Eigen-Sinn“ beschrieben werden.

GEMEINT IST HIER:

  • Eigen-Sinn als Sinn der Selbstwahrnehmung
  • Eigen-Sinn als „Etwas ohne einen anderen Hintergedanken zu tun“
  • Eigen-Sinn als „Freiräume schaffen für eigensinniges Tun“
  • Eigen-Sinn an Stelle von Konkurrenz
  • Abwechslung ermöglichen
  • Intermediär-Räume schaffen
  • durch das Erlernen der verschiedensten Circustechniken, wie Balance, Bodenakrobatik, Luftakrobatik, Jonglage und Clownerie
  • durch das Erarbeiten und Aufführen der Circusvorstellung und
  • durch die im Circus wachsende Gemeinschaft und die Kontinuität der Gruppe.

Das Training und die Vorstellungen können die verschiedensten artistischen Teilbereiche, wie Gleichgewichtskünste (z.B. Laufkugel), statische und dynamische Akrobatik (z.B. Hebeakrobatik, Pyramidenbau, Minitrampolin), Luftartistik (z.B. Trapez, Vertikaltuch), Handgeschicklichkeiten (z.B. Jonglieren, Diabolo), Fakirtechniken (z.B. Scherben/Nagelbrett, Feuerspiele) und Clownerie umfassen.

Im Vordergrund steht dabei allerdings nicht die artistische Höchstleistung, sondern die Freude am Lernen und das soziale Miteinander.“